Photovoltaikanlage bei Rechenlohe nimmt Konturen an. - Gemeinderat stimmt Vertragsabschluss mit der Grenn City AG zu. - Etwa 22 300 Module geplant.

Reuth bei Erbendorf. (ang) Was der Gemeinderat im Dezember 2018 mit dem Aufstellungsbeschluss für das Sondergebiet "Freiflächen-Photovoltaikanlage Rechenlohe" einleitete, nimmt nach der Zustimmung zum privatrechtlichen Durchführungsvertrag mit dem Vorhabensträger, der Green City AG München, konkrete Konturen an. Der Nutzungsvertrag umfasst eine maximale Fläche von zwölf Hektar, die bisher ackerbaulich genutzt und nach Abschluss der Baumaßnahme auch künftig Grünland bleiben wird. Mit 22 300 auf knapp 300 Tischen montierten Modulen wird eine maximale Nennleistung von bis zu zehn Megawatt Peak (MWp) angestrebt. Über geplante 33 Wechselrichter und drei bis vier Trafostationen soll der produzierte Strom über eine neun Kilometer lange Kabeltrasse in den vom Bayernwerk zugewiesenen Netzverknüpfungspunkt, dem Umspannwerk in Schönhaid, eingespeist werden. Das Nutzungsrecht soll vorläufig auf 30 Jahre beschränkt sein. Wichtigste Fakten für die Gemeinde sind, dass sämtliche Kosten der Vorhabensträger übernimmt, zudem die Gemeinde eine einmalige Verwaltungspauschale in Höhe von 5 000 Euro bekommt und 70 Prozent des Gewerbesteueranteils in die Gemeindekasse fließen.

Bevor der Durchführungsvertrag unterschriftsreif war, musste nach der öffentlichen Auslegung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes ein viele Seiten umfassender Katalog an Abwägungen und Stellungnahmen von Trägern öffentlicher Belange eingearbeitet werden. Schon erstaunlich, wieviele Ämter hierzu Einwände, Anregungen und Hinweise zu Papier bringen, immerhin hatten zudem 25 Stellen keine Stellungnahmen zu Abwägungen und Einwänden abgegeben. Die "Green City Solarpark Reuth GmbH & Co. KG" wie der Vorhabensträger geführt wird, verpflichtet sich, sobald die Maßnahme in einer EEG-Ausschreibungsrunde den Zuschlag erhält, spätestens neun Monate nach Rechtskraft diese zu beginnen und innerhalb weiterer zwölf Monate fertig zu stellen. Weitere Informationen und Details zu dem Vertragswerk und den Stellungnahmen können die daran interessierten Bürger im Internet auf der Gemeindeseite einsehen.

Im Zuge der Sanierung der Abwasserkanäle in der Bernsteiner Straße und der Georg-Höcht-Straße wurde es für sinnvoll erachtet, den betroffenen Bereich und die Stichstraße Holunderweg (Baugebiet Üblacker) hinsichtlich der Straßenbeleuchtung zu erschließen. Wegen geringerer Tiefbauarbeiten könnten sich für die Nachrüstung die Angebotskosten des Bayernwerks von 6 253,63 Euro sogar reduzieren. Mit der Ansiedlung einer Tierarztpraxis und einer kleinen Schreinerei war im Misch- und Gewerbegebiet Premenreuth eine geringfügige Änderung des Bebauungsplans mit intergrierten Grünordnungsplan notwendig. Weil 104 Quadtratmeter Grünfläche wegfallen, fordert die Untere Naturschutzbehörde einen entsprechenden Ausgleich. Die Gemeinderäte stimmten dem Beschlussvorschlag einer Verpflichtungserklärung zu, bei zwingender Erfordernis einen Teil der Stichstraße nicht auszubauen und diesen als Grünfläche zu belassen. Einstimmigkeit herrschte auch über den vom Planungsbüro Bartsch ausgearbeiteten Abwägungs- und Satzungsbeschluss.

Keine Einwendungen hatte das Gremium als Träger öffentlicher Belange zum Vorhaben der Nachbargemeinde Friedenfels bezüglich der Aufstellung einer Einbeziehungssatzung im Bereich "Oberer Blaslberg". Positiv standen die Räte einer Bauvoranfrage von Benno Wrobel gegenüber, der in Mittelmühle den ehemaligen Pensionsbetrieb der Familie Lang wiederbeleben will. Unter anderem ist geplant, im Stadel einen Tagungsraum einzubauen. Die Gemeinde unterstützt in jeder Weise das Vorhaben, soweit für die Nachrüstmaßnahmen sämtliche Vorschriften hinsichtlich Brand- und Emmisionsschutz beachtet werden. Auch beim Bauantrag von Albert von Podewils über die Nutzungsänderung durch den Einbau einer Hackschnitzelheizung mit Vorratsbunker in einem landwirtschaftlichen Gebäude im Schlossbereich gab es keinerlei Einwände.