Förderantrag für Radlercafe in Auftrag. - Auch für heuer wieder Stabilisierungshilfe beantragen. - Sitzung in der Mehrzweckhalle.

"Abstand halten" war auch für den Reuther Gemeinderat in seiner Aprilsitzung der aktuellen Situation geschuldet. Das Gremium schuf die Voraussetzungen, auch 2020 wieder in den Genuss einer Stabilisierungshilfe zu kommen. Bild: angReuth bei Erbendorf. (ang) Zu seiner letzten Sitzung der laufenden Periode versammelten sich der Gemeinderat wegen der aktuellen Situation in der Mehrzweckhalle. Die wichtigsten Punkte waren die Verabschiedung des Haushalts 2020 und die Vorstellung des Entwurfs zur Umsetzung des geplanten Radlercafes im Bahnhof Reuth durch Architekt Hans Kneidl. Der Weidener Planer sprach an, dass der ins historische Bahnhofsgebäude (Baujahr 1862) integrierte Gastbetrieb sicherlich eine Bereicherung für die Gemeinde und den Tourismus in der Region bedeuten würde. Kneidl erläuterte in kurzen Umrissen seine Vorstellungen, die er unter Berücksichtigung der gegebenen Umstände und der Forderungen der Regierung in das Projekt eingearbeitet hat. Zum Cafe gehört auch ein kleiner Aussenbereich mit Platz für etwa sechs Tische, der durch Poller zur Straße hin abgesichert ist.

Das vollzählig anwesende Gremium zeigte sich nach Abwägung einiger Verbesserungsvorschläge vom Planungsentwurf grundsätzlich angetan und befürwortete einstimmig die Beantragung von Fördermitteln. Die Realisierung der Maßnahme sei erst durch die Absicht der Regierung, großzügige Mittel aus der Städtebauförderung zuzuschießen, für die Gemeinde diskussionsreif geworden. Bürgermeister Werner Prucker führte noch einige Punkte an, die im Zuge der Maßnahme miterledigt werden sollten, wie die Versenkung des Gastanks unter die Erde und Sanierung des Bahnhofsvorplatzes. Bedauern äußerte der Bürgermeister, dass die Bayerischen Liegenschaften als Eigentümer des Bahnhofgebäudes trotz Zuschuss und günstiger Kosten kein Geld für eine, von der Regierung angeregte Fassadenerneuerung aufwenden wollen. Für die Gemeinde soll das Projekt durch ein 25-jähriges Pachtverhältnis notariell abgesichert werden. Nach der Förderzusage wäre der nächste Schritt ein konkreter Bauantrag und die Ausschreibung.

Wie schon in den letzten Sitzungen angeklungen ist, werden im Gewerbe- und Mischgebiet in Premenreuth in naher Zukunft zwei Vorhaben realisiert. Für die Ansiedlung eines Schreinerbetriebs und einer Tierarztpraxis ist eine Änderung des Bebauungsplanes und die Erweiterung des Oberflächenentwässerungs- und Schmutzwasserkanals notwendig. Für letztere Maßnahme seien neun Firmen zwecks Angebote angeschrieben worden, sechs Angebote lagen dem Gremium  schließlich vor. Den Zuschlag erhielt die Firma Schaumberger aus Mitterteich, die mit knapp 70 000 Euro brutto günstigster und wirtschaftlichster Bieter war. Die Gemeinderäte ermächtigten den Bürgermeister, das unterbreitete Angebot um Alternativpositionen zu erweitern oder ersetzen, sofern diese als wirtschaftlicher angesehen werden.

Um auch für 2020 in den Genuss einer eventuellen Stabilisierungshilfe zu kommen, ist die Fortschreibung des Haushaltskonsolidierungskonzeptes unter Berücksichtigung diverser Auflagen durch die Regierung unabdingbar. Um diesen Forderungen gerecht zu werden, hatte der Gemeinderat in der März-Sitzung unter anderem die Anhebung der Grundsteuer B und der Wasser- und Abwassergebühren festgesetzt, einstimmig wurde die Antragstellung befürwortet. Zustimmung fand auch der Abschluss einer Zweckvereinbarung mit der Steinwald-Allianz zur Umsetzung des Projekts "gemeinsames Öko-Konto. Dies sei nicht mit finanziellen Verpflichtungen verbunden, sondern berechtigt vielmehr die Allianz zur Bevollmächtigung wie zum Ankauf von Ausgleichsflächen, welche den Mitgliedsgemeinden bei Bedarf später von Vorteil sein können.

Abschließend informierte der Bürgermeister über die zurückliegende Sitzung der Steinwald-Allianz. So wird die turnusmäßige Sicherheitsprüfung der Kinderspielplätze über die Allianz erfolgen, was wesentlich geringere Kosten bedeutet. Für den Premenreuther Spielplatz beschloss das Gremium, die Anschaffung des Spielgeräts "Seilbaum-Storchennest" zum Klettern und Drehen in eine Förderbewerbung aufzunehmen. Die Kosten von etwa 5 300 Euro würden bei Berücksichtigung der Maßnahme zu 80 Prozent gefördert.