Aufzüge am Bahnhaltepunkt Reuth bringen Barrierefreiheit

 MdL Tobias Reiß übergab an den Leiter des Bahnhofmanagments Walter Reichenberger und Bürgermeister Werner Prucker das Signet, welches den Reuther Bahnhof als barrierefrei kennzeichnet. Links zweiter Bürgermeister Johann Neugirg. Bild: angKleiner Feierakt zur Eröffnung
Reuth bei Erbendorf. (ang) Etwas länger hat es gedauert als vorgesehen - aber seit Freitag bedeutet die Inbetriebnahme der beiden Aufzüge am Bahnhaltepunkt Reuth einen wichtigen Schritt zur Barrierefreiheit. Wenn jetzt noch die voll im Gange befindlichen Bauarbeiten für die Park&Ride Anlage abgeschlossen sind, darf sich die Gemeinde Reuth als eine Art Musterbeispiel für kleinere Bahnhöfe betrachten.
Landtagsabgeordneter Tobias Reiß, der die gesamte Maßnahme von Beginn an positiv begleitete und die Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten auslotete und bei den entsprechenden Behörden vorantrieb, überreichte an den Leiter des Bahnhofsmanagments Regensburg Walter Reichenberger und Bürgermeister Werner Prucker das Signet, welches künftig den modern umgebauten Haltepunkt zieren wird. Das Schild mit der Aufschrift "Bayern barrierefrei - Gefördert durch den Freistaat Bayern" ist Teil eines noch bis 2023 laufenden Zukunftinvestitionsprogramms (ZIP), mit welchem der Bund Mittel für die Verwirklichung solcher Maßnahmen zur Verfügung stellt.

Im Rahmen eines kleines Festaktes erinnerte Bürgermeister Werner Prucker im Beisein seines fast kompletten Gemeinderatsgremiums an die Vorgeschichte. Erste Ideen zur Bahnsteigerneuerung legte die Bahn erstmals schon im Herbst 2009 dem Reuther Gemeinderat vor. Verantwortlich war damals schon Walter Reichenberger, der mit den Räten die verschiedenen Möglichkeiten erläuterte, angefangen von einem Anbau an die Brücke B 299 über eine separate Fußgängerbrücke bis hin zur jetzigen Gleisquerung. Letztere bedeutete zwar die kürzesten Wege, doch durch die vielen Stufen bedingt auch eine gewiss starke Beeinträchtigung für gehbehinderte Zugreisende oder auch Reisende mit Kinderwägen oder schweren Koffern. Prucker betonte, dass sich im Gemeinderat schnell der Wunsch nach einer barrierefreien Lösung breit machte.

Bei einem von Tobias Reiß mit Staatssekretär Gerhard Eck und der obersten Baubehörde organisierten Termin in München stellte sich heraus, dass sich aufgrund der bereits laufenden Planungen das Projekt sehr gut für eine ergänzende Maßnahme zur Erreichung voller Barrierefreiheit eignen würde. Mit der Möglichkeit einer Kombination von Mitteln des Bundes und des Freistaates Bayern wurde schließlich die Bahn durch die bayerische Eisenbahn GmbH beauftragt, die schon im Bau der Gleisquerung eingeplante Aufzugsanlage zu errichten. "Dafür, lieber Tobias, danke ich dir auch im Namen meines gesamten Kollegiums aufrichtig für deinen Einsatz", bekräftigte der Bürgermeister, " das Ergebnis spiegelt einen sichtbaren Teil der unermüdlichen Arbeit für deine Heimat wieder".

Dass Reuth heute bayernweit als einer der wenigen Bahnhöfe dieser Größenordnung das Prädikat "behindertengerecht" haben darf, sei in Verbindung mit der ebenfalls unter diesem Siegel schon in absehbarer Zeit fertigen P&R-Anlage mit zirka 20 Parkplätzen, Bushaltestelle und Fahrradabstellmöglichkeit eine Aufwertung für die Gemeinde und die Region mit einer zukunftsorientierten Nutzung, meinte Prucker. Sein dankbarer Blick richtete sich dabei auch auf die Bahnverantwortlichen für die stete kooperative Zusammenarbeit.
Walter Reichenberger gab den Dank des Bürgermeisters gerne an den Reuther Gemeinderat zurück, denn ohne den Mut und der Spontanität dessen Mitglieder sähe es im Umfeld des Bahnhofgeländes mit Sicherheit viel anders aus. Der für die gesamten Bahnhöfe in der Oberpfalz und Niederbayern zuständige Leiter gab einen kurzen Überblick zu den doch imposanten Summen der gesamten Investitionsmaßnahme. Zwei Millionen Euro seien schon alleine in den Umbau der Bahnsteige inklusive der Gleisquerung geflossen, weitere 800 000 Euro wurden in die Nachrüstung der Aufzuganlage investiert. Er wünschte, dass die Anlage weitgehend störungsfrei ihren Dienst versieht und von Vandalismus verschont bleibe. Reichenberger wollte noch erwähnt haben, dass die Aufzüge aus Sicherheitsgründen automatisch abschalten, wenn bei großer Hitze die Innentemperatur in den Kabinen 40 Grad Celsius überschreitet.

Die bald fertige, schmucke Bahnhofsanlage in Reuth habe für ihn Symbolcharakter für die Entwicklung im ländlichen Raum, betonte Abgeordneter Tobias Reiß. Es soll keinesfalls der Eindruck erweckt werden, einen Ort gegen den anderen auszuspielen, vielmehr habe bei dem Projekt in Reuth eben Gesamtkonzept, Finanzvolumen und der Zeitpunkt für entsprechende Förderungen bestens zusammengepasst. Auch Reiß unterstrich den für besondere Weitsicht sprechenden Entscheidungsmut der Reuther Kommunalvertreter ohne den diese doch recht rasche Umsetzung des Vorhabens nicht möglich gewesen wäre. Während der kleinen Feierstunde machten nicht weniger als fünf Züge der Oberpfalzbahn Halt und eine junge Reisende machte mit ihrem Reisekoffer auch gleich Gebrauch vom frischen Aufzugsangebot.