Landkreis-Grüne besichtigten Schlossbrauerei

Nach der Besichtigung der Reuther Schlossbrauerei diskutierten die  Teilnehmer, unter ihnen die Landtagsabgeordneten Rosi Steinberger und  Anna Toman (vorne in der Mitte) mit Brauerei-Chef Rigobert Bergler über  die Erhaltung der Qualität unseres Trinkwassers, eingeladen dazu hatte  der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen. Bild: ang   Diskussion um Wasserqualität. - MdL Steinberger: "Früher anfangen, um die Zukunft unserer Kinder nicht zu gefährden."
Reuth bei Erbendorf /Tirschenreuth. (ang) "Wir alle müssen hinsichtlich unseres wichtigsten Naturgutes, dem Trinkwasser, daran arbeiten, dass die Zukunft unserer Kinder nicht gefährdet ist", betonte Landtagsabgeordnete Rosi Steinberger bei einer Diskussionsrunde in der Reuther Schlossbrauerei. Die Niederbayerin sieht die Politik und Behörden verstärkt in der Pflicht. "Viele Messstationen sind zwar super, aber nicht, wenn wie 2008 geschehen, die Bewertungskriterien auf den Kopf gestellt werden", betonte sie, "niemand will Pflanzengifte in unserem Wasser haben!" Zu dem Meinungsaustausch hatten Heidrun Schelke-Deubzer und Fabian Neuser, die Vorsitzenden des Kreisverbandes Tirschenreuth von Bündnis 90/Die Grünen eingeladen. Gut zwei Dutzend Interessierte, darunter Steinbergers Landtagsabgeordneten-Kollegin Anna Toman aus Bärnau und einige Kreis- und Stadträte folgten dem Aufruf zu dem brisanten Thema.

Vor dem Rundgang durch die seit 1742 bestehende und vorallem durch ihr Artesie-Mineralwasser weitum bekannte Schlossbrauerei, stellte deren Eigentümer Rigobert Bergler sein mittelständisches Unternehmen mit 23 Beschäftigten vor. In erster Linie war es ihm ein Bedürfnis, die besondere Qualität des aus 70 Metern Tiefe aus Granitgestein geförderten, reinen Quellwassers herauszuheben. Vor 23 Jahren sprudelte erstmals das Wasser durch Eigendruck, also artesisch ohne jegliche Pumpeinrichtung, aus der Mineral-Quelle im Schlosspark, schon zuvor braute man mit Wasser aus drei brauereieigenen Brunnenanlagen.

Renomierte Analysen bestätigten dem "neuen Wasser" sofort beste Werte, sodass die Qualität nicht nur hervorragende Voraussetzung für die ohnehin schon gute Bierproduktion war, Ende 1996 schon konnte Bergler mit dem Artesia-Mineralwasser eine bedeutende Position auf dem regionalen und auch im weiteren Umfeld belieferten Getränkemarkt erobern.

Bei der, dem Rundgang folgenden Diskussionsrunde nahmen in erster Linie die vom Gesetzgeber festgelegten Grenzwerte hinsichtlich der Düngeverordungen großen Raum für allseitliche Befürchtungen ein. "Wenn oben zu viel draufkommt, kommen unten irgendwann zu viele Schadstoffe raus", meinte die Abgordnete Steinberger, die sich in der Landwirtschaft eine zahlenmäßig an der Fläche orientierte Tierhaltung als beste Lösung vorstellen könnte. Brauereichef Bergler richtete abschließend an die Mandatsträger die Bitte, sich in München und den zuständigen Stellen für eine verstärkte Förderung des Mittelstandes einzusetzen, damit die Gelder nicht nur orientiert von der Finanzstärke der Großen, wie der Autoindustrie geschluckt werden.