"Friedhof der Zukunft" mit Urnengrabanlage

Der kreuzförmig ausgelegte Entwurf mit dem zentralen Glaskreuz und 32 Urnengrabstätten kam am besten bei der Mehrheit des Gremiums an. Bild: angErwin Otte denkt an einladende Begegnungsstätte
Reuth bei Erbendorf. (ang) Der Premenreuther Friedhof soll noch in diesem Jahr durch eine einladende Urnengrabanlage deutliche Aufwertung erfahren. Die Gemeinderäte beschlossen dies schon zum Anfang des Jahres und baten Erwin Otte, sich einige Gedanken über die Gestaltung zu machen. Der Reuther Künstler war sofort angetan, was bei der letzten Sitzung des Gemeinderates sehr deutlich zum Ausdruck kam. Otte legte dem Gremium nicht nur Skizzen vor, sondern untermauerte seine Vorstellungen mit anschaulichen Modellen, ganze vier Varianten stellte er den Räten zur Auswahl.

Vor allem war es die Art und Weise, wie der Künstler sein besonderes Interesse an der Verschönerung der vorhandenen Gräberanlage in seiner Gemeinde der Runde näherbrachte. Was er am Friedhof in Premenreuth am meisten vermisst, dass dieser für die Besucher verstärkt nur ein Ort des Grabbesuchs oder der Gräberpflege und weniger eine freundliche Begegnungsstätte ist. Zudem würden seiner Ansicht nach die durch die zunehmende Anzahl der Grabauflassungen bedingten, oft ziemlich vernachlässigten oder teils sogar hässlichen Freiflächen, die Möglichkeit bieten, das Gesamtbild in eine ansprechende, eventuell sich einer eher kleinen Parkanlage nähernden Art aufzuwerten.

Wegen der doch gewaltig steigenden Zahl an Feuerbestattungen, sei die würdevolle Anlage von Urnengräbern nicht nur der richtige Anfang zu dieser Entwicklung, sie vermittelt nach Ottes Worten den Friedhofsbesuchern das Gefühl des stimmungsvollen Verbundenseins mit dem Tod. Deshalb habe er in seinen vier Entwürfen ein Glaskreuz als Mittelpunkt platziert, welches durch das Gegenlicht der Sonne eine gute Aura verbreitet. "Die von Erdtönen bis zum Gelb aufsteigende Farbgestaltung symbolisiert das Licht des christlichen Weiterlebens und die Verbindung zu Gott", bekräftigte der Künstler seine Inspirationen, die allesamt auf schlichter und nicht überladender Basis beruhen.

Nach eingehender Betrachtung und Diskussion entschieden sich die Gemeinderäte mehrheitlich für diejenige Variante, welche vorerst mit 32, mit Flossenbürger Granit abgedeckten Urnenstellen in kreuzförmiger Anlage entstehen soll, natürlich mit der Option einer später möglichen Erweiterung. Erwin Otte findet es gut, dass der Bürgermeister und seine Ratskollegen örtliche und regionale Firmen in das Projekt einbinden werden und versprach, dass er bis zur nächsten Sitzung am 8. Mai eine exakte Planung vorlegen wird. Auch kostenmäßig wird sich das Ganze in überschaubaren Rahmen halten, meinte der Künstler, die Urnenanlage könnte seiner Ansicht nach ohne Probleme noch vor Allerheiligen fertig sein.