Hochrangige BFV-Vertreter zum Vereinsdialog beim TSV Reuth

Vereinsdialog beim TSV Reuth mit Vertretern des Bayerischen Fußballverbandes. Von links: Bezirksspielleiter Thomas Graml, Schriftführer Bernd Stengl, BFV-Geschäftsführer Jürgen Igelspacher, zweiter Vorsitzender Helmut-Stefan Neugirg, Fußballspielleiter Hans Stangl, BFV-Vizepräsident Robert Schraudner, Aktiven-Sprecher Fabian Mark, Kreisspielleiter Albert Kellner, Bürgermeister Werner Prucker, dritter Vorsitzender Uli Schwamberger und TSV-Vorsitzender Peter Schieder. Bild: ang   Delegation hat offenes Ohr für Vereinsprobleme
Reuth bei Erbendorf. (ang) Hochrangige Vertreter des Bayerischen Fußball-Verbandes waren kürzlich Gast des TSV Reuth. Im Rahmen des "Vereinsdialogs" ermöglicht der BFV jeweils einem Amateurverein aus jedem Bezirk seine Sorgen und Nöte, sowie Verbesserungsvorschläge vorzubringen. Für die Oberpfalz fiel die Wahl diesmal auf den TSV Reuth, dazu konnte TSV-Vorsitzender Peter Schieder den BFV-Geschäftsführer Jürgen Igelspacher, die Projektmanagerin "Pro-Amateurfußball" Susanne Heise und Robert Schraudner, BFV-Vizepräsident und gleichzeitig Bezirksvorsitzender in Oberbayern, im Sportheim begrüßen. Mit von der Partie waren auch Oberpfalz-Bezirksspielleiter Thomas Graml und Kreisspielleiter Albert Kellner. In angenehmer Gesprächsatmosphäre diskutierten die sechs TSV-Vereinsvertreter in Beisein von Reuths ersten Bürgermeister Werner Prucker mit der BFV-Delegation.

Zu Beginn stellte Prucker seine Heimatgemeinde vor, wobei er den Stellenwert des TSV als wichtigen Teil des Gemeindelebens hochlobte.
Besonders was in Sachen Nachwuchsarbeit von den verantwortlichen Funktionären, Trainern und Betreuern geleistet wird, stellt einen unschätzbaren Faktor dar, bekräftigte der Bürgermeister. "Fußball ist die wichtigste Sparte im TSV Reuth", unterstrich Vorsitzender Peter Schieder die Feststellung, dass die stolze Zahl von knapp über 400 Mitgliedern ein Drittel der Einwohnerzahl der Gemeinde Reuth entspricht.

Schieder schilderte in kurzen Umrissen die Probleme und Nöte, die seinen Verein seit geraumer Zeit beschäftigen. Der demoskopische Wandel hat zur Folge, dass es im Nachwuchsbereich nicht mehr ohne Spielgemeinschaften geht. So nannte er die Zusammenarbeit mit dem TSV Erbendorf als einzig sinnvolle Lösung, obendrein funktioniert diese in weiten Teilen problemlos. Ein enormes Problem stelle für den TSV die Gewinnung von ehrenamtlichen Trainern und Betreuern dar, betonte der Vorsitzende.

BFV-Geschäftsführer Igelspacher meinte dazu, dass er die Problematik auch aus seinem eigenen Heimatverein, der in der Nähe von Augsburg in der A-Klasse spielt, zur Genüge kenne. Den gravierenden Gegensatz dazu zeigte Robert Schraudner auf, denn in München sei genau das Gegenteil der Fall. Vereine können sich dort vom Zulauf kaum retten, teilweise müssen Kinder sogar zurückgewiesen werden. Dass das Vereinsleben innerhalb des TSV Reuth so vorbildlich funktioniert, führten die sechs Vereinsvertreter vor allem auf das große Engagement vieler Mitglieder zurück, die unter anderem auch das Sportheim in Eigenregie bewirtschaften, was dem Verein unschätzbaren finanziellen Handlungsspielraum bietet. Allerdings fehlen diese Leute an anderer Stelle, wie beispielsweise bei der angesprochenen Nachwuchsbetreuung.

Fußball-Spielleiter Hans Stangl legte der BFV-Delegation ins Ohr, sich verstärkt für die Abschaffung des Doppelspielrechts für 18-Jährige einzusetzen, ein Anliegen von vielen kleinen, dörflichen Vereinen. Die Münchner Delegation zeigte sich offen für die Anliegen und Probleme des Vereins und stellte ihrerseits einige Zukunftsideen des Verbandes vor. So werden im Bezirk Niederbayern bereits neue Spielformen in den A- und B-Klassen erprobt und auch im Nachwuchsbereich nach Verbesserungen gesucht. Spieltagsturniere statt einzelne Spieltage , sowie das Thema E-Sport werden momentan sehr kontrovers diskutiert, meinte Geschäftsführer Igelspacher. Mit der Übergabe eines mit Spielbällen gefüllten Netzes endete die knapp zweistündige Diskussionsrunde mit dem Resümee, dass der angeregte Meinungsaustausch dem Verein interessante neue Ideen einbrachte und auch der Verband einige Denkanstöße vermittelt bekam.